Die Geschichte des Kettenhandwerks in Samobor
Die Ausarbeitung von Gegenständen aus irgendwelchem Material beginnt nicht in Werkstätten oder Fabriken, sondern viel früher, schon auf der ˝Quelle˝ eines bestimmten Materials. Wenn es konkret um das Kettenhandwerk geht, ist es die Grube.
In der Vergangenheit war die Umgebung von Samobor reich an den Schichten von Kupfer- und Eisenerz, Zinn, Galenit und Gips. Die Ausbeutung von Erzen bagann laut Tradition in dieser Gegend schon in den Römer Zeiten, und am Ende des XV Jahrhunderts erwähnt man den Ort Rovi (heute Rude).
Die Besitzer von Kupfer- und Eisengrube in Rude waren jahrhundertlang auch die Besitzer von der Feudalstadt Samobor (die Altstadt). Die große Ausbeutung von Kupfer- und Eisenerz, die man nach dem ganzen Europa und Nahost exportierte, brachte auch mittelbar dem Marktflecken Samobor Nutzen. Hier wurden die Handwerke für die Bearbeitung von Eisen, Kupfer und Zinn entwickelt. In Gornji kraj auf Hamor wird eine Kupferstätte erwähnt, in der das Kupfer geschmiedet wurde, das später für die Ausarbeitung von Kesseln, Schüsseln, Dachtäflung, Pokalen und Kesslein genutzt wurde.
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Den Handwerkern, die sich mit der Ausarbeitung von Eisenprodukten beschäftigen, gehören auch die Schmiede, Kettenschmiede und Schlosser. Aus ihren Werkstätten kamen: die Brüstung auf dem Rathaus von Samobor und dem Livadić Schloss, Türlein des Tabernakels, verschiedene Fesseln, Schlösser und Schlüssel, Ketten, Keile, Nägel u.a.
Schon seit dem XV Jahrhundert wird in Zagreb die Zunft von Handwerkern in der Metallbranche erwähnt. Die Zunftregel erhielten sie vom König Ludovik 1521. Es werden folgende Handwerker erwähnt: Schmiede, Schlosser, Nagelschmiede und Kettenhandwerker. Diese Gruppe von Handwerkern benannte man die Wegmeister, da ihre Werkstätte die Straße entlang untergebracht waren (sie machten Ketten, Wagenfesseln, leisten Dienste des Beschlagens u.ä).
Auf den alten Handwerkerverzeichnissen erwähnt man: Schmiede, Gruben-, Schwengel-, Schiff- und Kettenschmiede als auch Ankerschmiede. 1862 gab es in Zagreb nur zwei Handwerker-Kettenschmiede.
Was den Vermögensstatus betrifft, war dieses Handwerk irgendwo in der Mitte.
In der Vergangenheit gab es in Samobor auch Kettenschmiede, die die Ketten aus dem heimlichen Eisen erzeugten. 1864 stellte der damalige Besitzer von Rude, Josip Vagner, auf der ersten Ausstellung von Dalmatien, Kroatien und Slawonien, die in Zagreb stattfand, verschiedene Gegenstände aus dem unbearbeiteten Eisen und Gußeisen vor.
Zwischen 1880 und 1922 war in Samobor die Kettenfabrik des Herrn Andrija Nagoda tätig. Sie wurde nach dem Tod des Besitzers geschlossen, aber im selben Jahr auch erneut. Der neue Besitzer, Milan Pavlica, richtete die alte Fabrik ein und erzeugte dort die Ketten bis zum 1929, als die Fabrik von Herr Matija Ulle übernommen wurde.
In den 50-er Jahren des XX Jahrhunderts war die Kettenwerkstatt Posarić tätig. In dieser Werkstatt wurde der Begründer des heutigen Unternehmens ausgebildet. Da die Kenntnisse und Handwerke von einer zur anderen Generation übertragen werden, so wird das Kettenhandwerk nach dem Vater auch von der anderen Generation fortgesetzt.

